AUSGABE 13
EDITORIAL
Liebe Surfer
Als wir vor 30 Jahren mit unserem Magazin für Verrisse aller Art das Licht des weltweiten Netzes erblickten, war das eine kleine Sensation, über die nicht wenige Medien enthusiasmiert berichteten. Sogar Bild am Montag trug bei, ein Artikel vom Dezember 2000 ist immer noch dort greifbar.
Inzwischen haben sich ähnliche Unternehmungen pandemieartig verbreitet und die sozialen Medien invasiv infiltriert. Dagegen sind wir machtlos, doch wir arbeiten unbeirrt weiter als solitäre Stimme am Rand gegen Denkverbote, Tabus und Kitsch in jeder Gestalt, solange die Meinungsäußerungsfreiheit noch gilt. Wir genießen die Unabhängigkeit des Machtlosen, die das Netz uns beschert.
Wir, meine Heteronyme und ich, wenden uns an alle, falls sie uns finden, die nach ungewohnten Klängen suchen, die abgestoßen sind von tiefsinnigem Bildungsschwulst, pompöser Spruchweisheit, Worten von Ewigkeitswert, vorschnellen apodiktischen Urteilen, dem zeitgeistlich Geläufigen, der zweifelsfreien Meinung. Wir sind offen für jede Diskussion.
Wo nichts zu sagen ist, schweigen wir.
Rückschläge gab es, viele Frage, dunkle Stunden, Sinnzweifel. Zeitweilig konnten wir nicht erscheinen, und nicht jeder Unfug muß kommentiert werden. Nun entsteht eine neue Seismographie der Kritik, die Gegenstandsfelder werden erweitert, eingedenk aller Zwiespältigkeit des ästhetischen Urteils. Zu diesem Thema melden wir uns jederzeit wieder zu Wort.
Neu bieten wir ferner, gratis und franco, Einblick in Texte aus der eigenen Werkstatt, Erzählerisches, Essays, Gedichte, Fragmente unserer Denkarbeit, Texte, die Sie im Handel vergeblich suchen. Empfehlen Sie uns weiter. Wir sind erreichbar.
Wir wagen den Blick vom Nirgendwo auf eine Welt, die längst nicht mehr alles ist, was der Fall ist, und halten Sie bitte gegenwärtig:
Lit-eX ist kein Musenalmanach, wir sind nicht authentisch, wir sind fiktional.
Die Redaktion
PS Bitte beachten Sie: Lit-eX wie gewohnt mit Lit-bloX!
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